TEIL 4 I In Teil 3 haben wir uns damit befasst, wie Schaum und Folie als Verbundkonstruktion zusammenwirken und warum der Gesamtaufbau des Klebebands die Leistung auf eine Weise beeinflusst, die sich allein anhand der Schaumhärte nicht vorhersagen lässt. In diesem Beitrag gehen wir noch eine Ebene tiefer: in den Schaum selbst. Genauer gesagt, in die Zellgröße – die strukturelle Variable, die bestimmt, wie gleichmäßig und wie dauerhaft ein Schaum seine spezifizierte Kompressibilität unter den Anforderungen eines realen Druckauftrags liefert.
Die meisten Anwender kennen die Schaumhärte als Auswahlkriterium. Nur wenige denken über die Zellstruktur nach. Doch die Zellgröße ist eines der entscheidenden Details in einem Klischeeklebeband und ihr Verständnis verändert die Art und Weise, wie Sie den von Ihnen verwendeten Schaum bewerten.
Was Schaum eigentlich ist
Der in Hochleistungs-Klischeeklebebändern am häufigsten verwendete Schaum ist ein geschlossenzelliger Polyethylen (PE)-Schaum – ein zellulärer Kunststoff, der durch Einbringen eines Treibmittels in geschmolzenes PE hergestellt wird, wodurch es sich zu einem Netzwerk kleiner, mit Gas gefüllter Zellen ausdehnt, die von dünnen Polymerwänden umschlossen sind. „Geschlossenzellig“ bedeutet, dass diese Gasblasen versiegelt sind: Jede Zelle ist in sich geschlossen, was dem Schaumstoff sein kontrolliertes Kompressions- und Rückstellverhalten verleiht.
Für anspruchsvolle Flexo-Anwendungen ist vernetztes PE (XLPE) der Standard – die Vernetzung ermöglicht eine wesentlich genauere Steuerung der Zellbildung während der Produktion als bei unvernetztem PE, was zu feineren, gleichmäßigeren Zellstrukturen und einer besseren Ermüdungsbeständigkeit bei hohen Auflagen führt. Vernetztes PE ist jedoch eine Kategorie und kein festgelegtes Qualitätsniveau.
Zwei Schaumtypen können beide zu Recht als vernetztes PE-Schaummaterial bezeichnet werden, obwohl sie sich je nach Rezeptur, Vernetzungsmethode und eingesetzter Fertigungskontrolle erheblich in der tatsächlichen Zellgröße, Gleichmäßigkeit und dem Rückstellverhalten unterscheiden. In der Praxis bedeutet dies, dass die Bewertung eines Klebebands allein anhand der Materialkategorie nicht ausreicht. Die spezifische Schaumsorte und die damit verbundene Zellstruktur bestimmen die tatsächliche Leistungsfähigkeit.
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Wie die Zellgröße die Kompressibilität beeinflusst

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Feinzelliger Schaum: Für die Mehrheit der Aufträge geeignet
Ein wirklich hochwertiger, feinzelliger, vernetzter PE-Schaum deckt bereits den Großteil der Anforderungen im Flexodruck ab. Da sich die Belastung auf so viele kleine Zellen verteilt, bleibt das Druckverhalten gleichmäßig. Und da jede Zelle ein geringes Gasvolumen enthält, ist die bei der Kompression gespeicherte Energie gering und wird beim Rückstellprozess allmählich freigesetzt, was zu einer kontrollierten, gleichmäßigen Rückfederung zwischen den Druckzyklen führt. Bei Druckgeschwindigkeiten, bei denen sich das Band tausende Male pro Minute zusammenpresst und wieder ausdehnt, ist dieses Rückstellverhalten genauso wichtig wie die Kompression selbst.
Insbesondere für feine Linien und Halbtonarbeiten ist ein gut hergestellter, feinzelliger Schaum die richtige Wahl: Er ermöglicht längere und schnellere Druckläufe bei gleichbleibender Druckauflösung und hält die Punktvergrößerung unter Kontrolle. Da die Zellstruktur einheitlich ist, wird jeder Teil der Plattenoberfläche im Wesentlichen gleichmäßig bedruckt, wodurch lokale Druckspitzen vermieden werden, die in einem Bereich die Lichterpunkte zerdrücken und in einem anderen Bereich die Volltonflächen zu schwach drucken würden.
Für die überwiegende Mehrheit der Flexodruckaufträge ist ein hochwertiger, feinzelliger Schaumstoff kein Kompromiss. Er ist die richtig spezifizierte, leistungsstarke Lösung.
Wo sich sehr feinzelliger Schaum bewährt
Die Argumente für den Schritt hin zu sehr feinzelligem Schaum sind enger gefasst und spezifischer. Das „Bounce“-Phänomen ist eher ein dynamisches Problem als eines der statischen Kompression: Der Schaum muss schnelle Schwingungen mit geringer Amplitude im Spalt in Echtzeit nachverfolgen. Ein feinzelliger Schaum bewältigt dies gut, doch eine sehr feinzellige Struktur verteilt dieselbe zyklische Belastung auf eine noch größere Anzahl kleinerer Verformungsstellen und hält so das dynamische Verhalten bei schnellen, wiederholten Belastungen näher am Ideal. Tatsächlich erhöht die zusätzliche Feinheit die Schwelle, ab der mechanische Schwingungen als Streifenbildung im Druck sichtbar werden.
Dies ist vor allem in Situationen von Bedeutung, in denen die Grenzen des Machbaren ausgereizt werden: bei Aufträgen mit anspruchsvollen Motiven – breiten Streifen, großen Freiflächen, erheblichen Lücken in der Plattenbedeckung –, bei einer Druckmaschine mit leichtem Lagerverschleiß oder einem Zylinderrundlauf, der leicht außerhalb der Spezifikation liegt, oder bei einem Auftrag, der nahe der oberen Grenze des Geschwindigkeitsbereichs läuft, den die Anlage bewältigen kann. In solchen Situationen kann die zusätzliche dynamische Gleichmäßigkeit eines Schaums mit sehr feiner Zellstruktur genau das sein, was einen grenzwertigen Schwingungsfehler unterhalb der Sichtbarkeitsschwelle hält.
Große Auflagen verschärfen dies noch. Die Widerstandsfähigkeit gegen Schwingungen hängt davon ab, dass sich die Zellen zwischen den Druckvorgängen vollständig erholen, und diese Fähigkeit nimmt ab, wenn die Zellwände durch wiederholte Kompression Ermüdungserscheinungen aufweisen. Da ein sehr feinzelliger Schaum die Belastung auf mehr, dünnwandigere Zellen verteilt, trägt jede Wand pro Zyklus weniger Belastung, sodass der Schaumstoff seine schwingungsdämpfende Leistung über einen größeren Teil einer langen Auflage beibehält, bevor Ermüdungserscheinungen auftreten.
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Anpassung der Zellstruktur an die jeweilige Anwendung
Eine feinere Zellstruktur ist nicht immer besser – ihre gleichbleibende Herstellung ist anspruchsvoller, und ihre Vorteile kommen vor allem in bestimmten Situationen zum Tragen.
Die Entscheidung folgt einer klaren Logik:
- Für die meisten Flexodruckaufträge – Halbtonbilder, Vierfarbdruck, Kombinationsdrucke –, die auf gut gewarteten Maschinen laufen, ist ein hochwertiger, feinzelliger, vernetzter PE-Schaumstoff die richtige Wahl. Er bietet gleichbleibende Kompressibilität, kontrollierte Rückstellung und zuverlässige Leistung unter den unterschiedlichsten Bedingungen.
- Für Aufträge mit hoher Stoßbelastung, Druckmaschinen, die nahe an ihren mechanischen Grenzen arbeiten, oder lange Auflagen, bei denen die Ermüdungsbeständigkeit entscheidend ist, ist ein sehr feinzelliger Schaum das präzisere Werkzeug. Die zusätzliche strukturelle Feinheit verändert das Ergebnis genau in diesen Situationen.
Der Zusammenhang mit der zuvor geführten Diskussion über die Schaumhärte sollte noch einmal ausdrücklich hervorgehoben werden: Zellgröße und Schaumdichte hängen zwar zusammen, sind jedoch nicht identisch. Die Härte gibt an, wie stark der Schaum der Kompression widersteht. Die Zellgröße gibt an, wie gleichmäßig und wie dauerhaft er dies tut. Bei anspruchsvollen Flexo-Anwendungen sind beide Faktoren entscheidend, und die Festlegung des einen ohne Verständnis für den anderen führt zu Leistungseinbußen.
Haben Sie eine konkrete Anwendung, die Sie besprechen möchten? Unsere FLEXperten stehen Ihnen für technische Beratung zur Verfügung – wenden Sie sich an uns, und wir schauen uns das gemeinsam an.
In TEIL 5: ECG/Multicolor-Druck: Was genau es bedeutet, warum es zunimmt und wann der Prozess anspruchsvoll wird.

