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Schaum und Folie: Warum des Aufbau des Klischeeklebebands die Leistungsfähigkeit bestimmt

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TEIL 3 I In Teil 2 haben wir uns mit der Schaumhärte befasst — und damit, warum die Einteilung in Weich-Mittel-Hart nur einen Teil der Geschichte erzählt. In jedem Klischeeklebeband steckt eine weitere Variable, die im Alltag kaum Beachtung findet. Es ist die Verstärkungsfolie — und wer sie versteht, trifft die nächste Stufe der Spezifikationsentscheidung fundiert.

Jedes Klischeeklebeband ist eine laminierte Konstruktion. Der Schaum bildet den Kern, und wie wir in Teil 2 besprochen haben, bleibt die Schaumqualität der entscheidende Faktor für die Druckleistung. Doch der Schaum wirkt nicht allein. Durch die Klebebandstruktur verläuft eine Verstärkungsfolie, und diese Folie verändert grundlegend, was das Klebeband leisten kann. Die Kombination aus Schaum und Folie und wie sie zusammen konstruiert sind, bestimmt die tatsächliche Leistung unter Produktionsbedingungen.

Warum der Schaum allein nicht ausreicht

Schaum  ist von Natur aus nachgiebig. Er dehnt sich, gibt seitlich nach und verformt sich, wenn er übermäßig belastet wird. Ohne eine stabilisierende Schicht kann selbst ein hochwertiger Schaum seine Maßhaltigkeit verlieren — mit leichten Dickenschwankungen über die Rollenbreite oder Längendehnung unter der Montagespannung.

Die Verstärkungsfolie wirkt dem gezielt entgegen. Sie bringt Formstabilität in die Konstruktion: Dehnungswiderstand in Längsrichtung, Knickfestigkeit unter seitlichen Lasten und gleichbleibende Dicke über die gesamte Rollenbreite. Man kann es sich als eine Partnerschaft von Gegensätzen vorstellen: Der Schaum liefert Polsterung, Anpassungsfähigkeit und kontrollierte Komprimierbarkeit. Die Folie liefert Steifigkeit, Präzision und das strukturelle Rückgrat, das den Schaum in Form hält.

Keines von beiden reicht allein. Zusammen bestimmen sie, was das Band unter den Anforderungen eines echten Druckauftrags tatsächlich leisten kann – weshalb die Bewertung  anhand der Schaumstoffhärte nur die Hälfte des Gesamtbildes erfasst.


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#FLEXpert-Tipp
Wer Klischeemontagebänder verschiedener Hersteller vergleicht, sollte über den Härtegrad hinausschauen. Fragen Sie nach der Verstärkungsfolie, seiner Position in der Konstruktion und dem Verhalten des Gesamtlaminats unter realen Anpressdruckbelastungen. Zwei Bänder mit identischer Schaumhärte können sehr unterschiedlich performen, wenn ihre Folienkonstruktionen auf unterschiedlichen technischen Grundlagen basieren.

Wie die Folienkonstruktion die Leistung beeinflusst

Die Folienschicht im Inneren eines Klischeeklebebandes ist keine passive Komponente. Ihre Position innerhalb des Laminats, ihre mechanischen Eigenschaften und die Art und Weise, wie sie unter Belastung mit dem Schaum interagiert, beeinflussen allesamt, wie sich das Band unter Produktionsbedingungen, der es an einer Flexodruckmaschine ausgesetzt ist, verhält.
 
Zwei Klebebänder können äußerlich identisch aussehen und denselben Schaumhärtegrad aufweisen, sich in der Produktion jedoch sehr unterschiedlich verhalten. Der Unterschied liegt oft darin, wie die Folie in die Konstruktion integriert ist: ob der Schwerpunkt auf Steifigkeit und Maßhaltigkeit (einseitige PET-Verstärkung) oder auf Anpassungsfähigkeit und Energieaufnahme (doppelseitige PE-Verstärkung, siehe unten) liegt.
 

Dies sind keine abstrakten technischen Unterscheidungen. Sie wirken sich direkt darauf aus, wie das Klebeband auf spezifische Auftragsanforderungen reagiert.Tape-structure-PE

 

Bounce: Der Test, der die Unterschiede offenbart

Von allen Leistungsvariablen bei der Plattenmontage ist der Bounce derjenige, der den Unterschied zwischen den Klebebandkonstruktionen am deutlichsten aufzeigt. Es tritt auf, wenn das Druckbild eine Plattenkante, einen Ausschnitt oder einen Bereich mit geringer Bilddichte aufweist, der bei der Drehung des Zylinders zu einem plötzlichen Nachlassen und erneuten Aufbau des Anpressdrucks führt. Dieses erneute Aufbringen sendet eine Schockwelle durch das Befestigungssystem. Wird diese nicht absorbiert, zeigt sich dies als Streifenbildung im Druckbild.

Steifigkeit leitet den Stoß weiter. Flexibilität absorbiert ihn.

Eine Konstruktion, die auf Steifigkeit ausgelegt ist, leitet diese Aufprallenergie effizient durch das Klebeband in die Plattenoberfläche weiter und verstärkt den Rückpralleffekt, anstatt ihn zu dämpfen. Eine auf Energieabsorption ausgelegte Konstruktion funktioniert anders: Der Schaumstoff wird komprimiert, die Folie biegt sich, und zwischen beiden wird die Aufprallenergie verteilt und abgeleitet, anstatt weitergeleitet zu werden. Das Ergebnis sind messbar weniger Streifenbildung, sauberere Bildränder und eine höhere Stabilität im Druckbereich, insbesondere bei Aufträgen mit offenen Plattenlayouts oder großen Bereichen ohne Farbdeckung.

Dies ist kein marginaler Unterschied. Bei Aufträgen, die zu Bounce neigen, kann die Wahl der Klebebandkonstruktion der entscheidende Faktor zwischen akzeptabler und inakzeptabler Druckqualität sein – selbst wenn alle anderen Einstellungen an der Druckmaschine korrekt sind.

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#FLEXpert-Tipp
Bounce-Artefakte (Streifenbildung an Plattenrändern oder in offenen Bildbereichen), die selbst bei korrekten Druckmaschineneinstellungen auftreten, sind oft ein Problem der Konstruktion und nicht der Druckmaschine. Bevor der Anpressdruck oder die Platteneinstellungen angepasst werden, lohnt es sich zu prüfen, ob die Klebebandkonstruktion den Anforderungen an die Energieabsorption des jeweiligen Auftragslayouts entspricht.

Die Konstruktion ist die Spezifikation

Die praktische Konsequenz all dessen ist klar: Bei der Auswahl eines Klischeeklebebandes geht es nicht nur darum, einen Schaumhärtegrad zu wählen. Die gesamte Laminatkonstruktion – wie Schaum und Folie miteinander verbunden sind und welche Leistungsanforderungen im Vordergrund stehen – muss den tatsächlichen Anforderungen des Auftrags entsprechen.

Ein Klebeband, das auf Steifigkeit und Formstabilität optimiert ist, verhält sich anders als eines, das auf Anpassungsfähigkeit und Energieabsorption ausgelegt ist, selbst bei gleicher Schaumhärte. Zu verstehen, welche Eigenschaften Ihre Anwendung erfordert, ist die entscheidende Spezifikationsentscheidung.

Unsere FLEXperts führen genau diese Art von Analyse täglich gemeinsam mit Kunden durch. Wenn Sie an einer Klebeband-Spezifikation arbeiten und wissen möchten, welche Konstruktion zu Ihrer Anwendung passt, schauen wir uns das gerne gemeinsam an.

 

 

In TEIL 4: Ein Blick ins Innere des Schaums: Wie die Zellgröße das Bounce-Verhalten beeinflusst und was das für Ihre Klischeeklebeband-Spezifikation bedeutet.

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