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Fiona Hu: Was ein Klebeband über Kunden verrät

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Was muss ein Klebeband in seiner vorgesehenen Anwendung leisten? Für Fiona Hu ist diese Frage der Ausgangspunkt, um Kunden zu verstehen. Die Anforderungen an ein Klebeband zeigen, wie ein Produkt eingesetzt wird, welchen Bedingungen es standhalten muss und was bei der Herstellung zu beachten ist. Seit ihrem Einstieg bei Lohmann im Jahr 2008 arbeitet sie daran, diese Anforderungen in passende Lösungen zu übersetzen. Heute leitet sie das Technology Center von Lohmann China, das Produktentwicklung, Prozess und Qualität vereint. 

Mehr als zehn Jahre in der Anwendungstechnik haben ihren Blick auf technische Herausforderungen geprägt. Ihre Begeisterung für die Entwicklung ist bis heute ungebrochen. Ebenso wichtig für ihren Weg waren die Menschen, die sie unterstützt haben, und das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. 

Was begeistert dich besonders an der Arbeit in einem naturwissenschaftlichen Bereich?

Ich finde es besonders spannend, gute technische Lösungen für unsere Kunden zu finden. Das kann bedeuten, ein Produkt zu entwickeln, das den Kunden überzeugt, oder gemeinsam im Team ein Qualitätsproblem zu lösen. In der Produktentwicklung kommunizieren wir gewissermaßen über unsere Produkte mit den Kunden: Wir verstehen ihre Anforderungen und setzen sie in konkrete Lösungen um. 

Ein Beispiel ist ein Klebeband für eine Verpackungsanwendung. Dabei war besonders wichtig, dass eingeschlossene Luft entweichen konnte und die Klebkraft zur Anwendung passte. Gleichzeitig mussten wir herausfinden, warum sich im Material nahe dem Rollenkern Falten bildeten. Mehrere Faktoren spielten dabei eine Rolle: die Beschichtung, die Wicklung und die Qualität des Rollenkerns. Durch umfangreiche Untersuchungen und Tests konnte ein kleines Kernteam das Problem lösen. Solche gemeinsamen Erfolge motivieren mich.

Wie ist dein Interesse an Naturwissenschaften entstanden, wie bist du zu Lohmann gekommen und welche Aufgaben hast du heute?

Ich habe mich schon früh für Chemie interessiert und mich deshalb für ein Studium der Polymerwissenschaft und -technik entschieden. Anschließend habe ich einen Masterabschluss in Materialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Polymermaterialien erworben. 

2008 bin ich als Anwendungsingenieurin bei Lohmann eingestiegen. Dort habe ich mehr über Klebstoffe und Klebebänder gelernt und konnte mein Wissen über Polymere nutzen, um unsere Produkte und Technologien besser zu verstehen. Diese Erfahrung hilft mir bis heute, die Anforderungen unserer Kunden zu verstehen und sie gezielt zu unterstützen.

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Rund zehn Jahre lang habe ich das Team der Anwendungstechnik geleitet. Ende 2023 habe ich die Verantwortung für Forschung und Entwicklung übernommen, im April 2024 kam der Bereich Qualität hinzu. Heute leite ich das Technology Center von Lohmann China, das Produktentwicklung, Prozess und Qualität vereint. Meine Erfahrung aus der Anwendungstechnik prägt meine Arbeit weiterhin – sowohl bei der Entwicklung neuer Produkte als auch bei der Sicherstellung der Qualitätsanforderungen. Dabei behalte ich immer die Perspektive unserer Kunden im Blick.

Welche Menschen, Entscheidungen oder Stationen haben dich auf deinem beruflichen Weg besonders geprägt?

Vor allem meine Eltern. Sie hatten selbst nur begrenzte Möglichkeiten, eine weiterführende Bildung zu erhalten. Aber sie haben mein Interesse an Chemie erkannt und mich ermutigt, Polymerwissenschaften zu studieren. 

Natürlich lief nicht immer alles gut, weder im Studium noch später im Berufsleben. Trotzdem haben sie meine Entscheidung und meine Fähigkeiten nie infrage gestellt. Sie haben mich immer unterstützt und bestärkt. Ihr Vertrauen in mich hat mir sehr viel bedeutet.

Welches Projekt oder Thema bei Lohmann liegt dir besonders am Herzen – und warum?

Zwei Projekte sind meinem Team und mir derzeit besonders wichtig: eine Versuchsbeschichtungsanlage und der Aufbau unserer Kompetenzen in der Polymerisation. 

Mit der kleinen Beschichtungsanlage können wir künftig schneller Muster neuer Produkte herstellen und die Entwicklungskosten senken. Das unterstützt unsere Arbeit in der Produktentwicklung unmittelbar.

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Die Polymerisation ist dagegen ein grundlegendes, langfristiges Thema. Wir möchten die Fähigkeiten des Entwicklungsteams von Lohmann China erweitern, eigene Klebstoffformulierungen zu entwickeln.

Welche fachlichen, strukturellen oder kulturellen Hürden begegnen Frauen in MINT-Berufen noch immer, und was muss sich ändern?

Innerhalb des Unternehmens sehe ich keine größeren Hürden. Aber das Vorurteil, dass Frauen in den Naturwissenschaften weniger leistungsfähig seien als Männer, besteht weiterhin. Manche Mädchen und Frauen beginnen selbst daran zu glauben, wenn sie im Studium oder im Berufsleben auf Schwierigkeiten stoßen. Deshalb finde ich es wichtig, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu bewahren und sich von solchen Vorurteilen nicht vorgeben zu lassen, was man erreichen kann.

Was rätst du jungen Frauen, die über ein Studium oder eine Karriere im MINT-Bereich nachdenken?

Vertraut auf eure Fähigkeiten und findet heraus, was euch persönlich wichtig ist. Bleibt neugierig und hört nie auf zu lernen. Euch können viele Türen offenstehen.

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Lohmann
Women in STEM

What inspires women to pursue careers in science and technology? How did they find their path — and what have they experienced along the way? In our interview series, we introduce colleagues who conduct research, develop technologies, and take on responsibility at Lohmann. Their stories show the many different paths a STEM career can take — and where barriers still remain.

STEM stands for science, technology, engineering, and mathematics.

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